Australien Outdoor



Der fünfte Kontinent Australien ist seit jeher ein gefragtes Ziel zum Camping beziehungsweise Zelten. Camping, abgeleitet von dem lateinischen Wort campus, zu Deutsch Feld, ist in der heutigen Zeit eine ganz eigene, besondere Tourismusform. Es ist im Grunde genommen ein Übernachten in der Natur. Geschieht das in einem Wohnmobil oder in einem Wohnwagen, dann handelt es sich um Camping. Wenn in einem Zelt gecampt, sprich übernachtet wird, dann wird gezeltet. Wer mit einem Wohnmobil reist, zeltet nicht, weil er in seinem Wohnfahrzeug schläft. Vor diesem Hintergrund kommt das Zelten vorwiegend beim Trekking infrage, bei einem Reisen mit dem Fahrrad oder mit dem Mountainbike und macht auch erst mit der richtigen Outdoor-Bekleidung Spaß. Diese findet man z.B. auf der Webseite Outdoorvergleich.de.

Australien ist mit seiner Fläche von etwa 7,7 Millionen Quadratkilometern das weltweit sechstgrößte Land und deutlich mehr als 20 Mal so groß wie die Bundesrepublik. Aufgrund seiner Größe ist das Land in die drei Zeitzonen westlich, zentral und östlich aufgeteilt.
Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 3.700, und die West-Ost-Ausdehnung des Kontinents reichlich 4.000 Kilometer. Je nachdem, wie viel Wochen für die Campingtour durch Australien vorgesehen sind, lohnt sich ein recht genaues Planen der Reiseroute. Naturgemäß ist der Radius für das Camping mit einem Wohnmobil deutlich größer als der zum Zelten mit Wandern, Trekking oder Mountainbike. Für jede dieser beiden Reisearten gibt es allerdings Vielerlei zu bedenken und zu berücksichtigen. Sowohl beim Camping, noch mehr jedoch beim Zelten sind Gegebenheiten wie die Sicherheit, wie Witterung oder wie der Umgang mit den freilebenden Tieren zu berücksichtigen.

Feststeht, dass beide Reiseformen ein Outdoor-Feeling pur bieten. Der Reisende lebt wochenlang in und mit der weiten Natur des Landes. Er erlebt Flora und Fauna hautnah, und die Stille der Weite ist in den ersten Tagen wirklich gewöhnungsbedürftig. Die Luft ist frisch, sie ist buchstäblich unverbraucht. Der spartanische Alltag im Campingwagen oder im Zelt vermittelt das Empfinden einer unbegrenzten Freiheit. Dieses Gefühl wird beim Aufenthalt in einem der zahlreichen Nationalparks noch deutlich verstärkt.

Australien Nationalparks
Einer von Australiens Nationalparks, der Purnululu-Nationalpark - mit der Sandsteinform Bungle Bungle


Das sind in der Regel außergewöhnliche, geradezu einmalige Naturräume. Und tagelang keinen Mitmenschen anzutreffen, sondern auf sich allein gestellt zu sein, ist für den Großstädter zunächst sehr unbehaglich. Die beste Kommunikationstechnik nützt nichts, wenn im Endeffekt kein Mensch erreichbar ist.

Die landesweiten Campingplätze bieten jeder für sich eine landschaftlich einmalig schöne Lage. Hier kann wahlweise im Zelt oder im Campingwagen übernachtet werden. Von der Ausstattung her lohnt sich der Vergleich mit einem Hostel. Alles ist sauber, funktionsfähig, zweckmäßig und preisgünstig. Der Aufenthalt ist mit 10 bis 20 $-AUS denkbar günstig. Jeder Campingplatz hat sein Alleinstellungsmerkmal, beispielsweise mit Camp-Kitchen, mit Outdoor-Pool, oder mit einem gutgeführten Restaurant. Eine etwas andere Form sind die über das Land verteilten Caravan Parks. Wie das Wort sagt, ist hier Platz für den eigenen Campingwagen. Darüber hinaus kann ein auf dem Platz fest geparkter Caravan mitsamt Ausstattung gemietet werden. Dazu gehören je nach Standard Pentryküche, Kühlschrank und natürlich SAT-TV. Zu den namhaften, organisierten Caravan Parks zählen die Top Tourist Parks sowie die Big4. Sowohl Plätze als auch Parks sind durchweg privatgeführt. Für nur wenige $-AUS kann auf Rastplätzen, den Rest Areas im wahrsten Sinne des Wortes Rast gemacht werden. Sie sind als solche ausgewiesen und bieten kaum mehr als den Stellplatz für das Fahrzeug. Hier gibt es keine Infrastruktur. Ganz kostenlos sind die Designated Rest Areas. Die Entfernung zur nächsten Ortschaft beträgt in der Regel ab 20 Kilometer aufwärts. Außerhalb dieser ausgewiesenen Plätze ist ein Campen oder Zelten untersagt. Das gilt für öffentliche Plätz wie Parks, wie Nationalparks, Strände oder Parkplätze, und natürlich auch für Privatgrundstücke.

Australien ist in drei Klimazonen unterteilt. Der Norden des Landes ist tropisch, die Landesmitte subtropisch, und der Süden eher eine gemäßigte Klimazone. Dementsprechend unterschiedlich sind auch Wetter und Witterung. Das Spektrum reicht von Regen über Sturm bis zu unerträglicher Hitze und empfindlicher Kälte. Je nach Jahreszeit und Aufenthaltsort im Lande empfiehlt sich das Campen oder Zelten auf einem offiziellen Platz oder in einem Caravan Park. Wenn nachts der Aufenthalt in Zelt oder Wohnmobil unerträglich wird, dann kann notfalls in einen der Bungalows gewechselt werden. Das lohnt sich allemal während einer längeren, mehrtägigen Regenperiode. Zelten ist dann nicht mehr möglich, und ohne Standheizung ist auch der Campingwagen nicht der passende Aufenthaltsort.

Auch die Sicherheit ist auf dem Campingplatz oder im Caravan Park deutlich größer, sprich besser als auf den Rastplätzen. Zwar muss auch hier jeder Camper für sich selbst sorgen. Doch allein schon das Registrieren beim Platz-/Parkbetreiber ist eine Hemmschwelle für Kriminalität. Außerhalb der Plätze und Parks sind trocken gelegte Flussbetten ein No-Go zum Parken oder Zelten. Vergleichbar mit Starkregen in Deutschland können auch hier in Australien Regenfälle innerhalb kurzer Zeit so unvorhersehbare wie unvorstellbare Fluten auslösen. Im Übrigen sollte aus ganz allgemeinen Sicherheitsgründen davon abgesehen werden, die Outbacks und das Land allein, also als Solocamper oder als Solozelter zu bereisen.

Dem Abenteurer ist die australische Tierwelt auch beim zweiten oder dritten Bereisen des Landes noch immer nicht ganz vertraut. Zu groß sind Vielzahl und Vielfalt an Tieren in der Luft, auf dem Boden und im Wasser. Hier in der freien, wilden Natur sind Tiere ein immer aktuelles Thema. Der Camper kann sie mangels Wissen nicht immer in die giftigen sowie in die ungiftigen unterscheiden.
Koalas, Tiere in Australien
Koala-Bären in Australien
Kleinere Süßwasserkrokodile, Spinnen, Schlangen oder größere Heuschrecken müssen generell im Sanitärbereich oder auch in der Küche vermutet werden. Vorwiegend im Norden und in der Mitte des Landes sind Fliegen sehr verbreitet. Camper und Zelter finden sie überall und zu jeder Zeit. Darauf sollte bei der Zubereitung von Speisen geachtet werden. Ansonsten gilt der Grundsatz, sich von freilaufenden Tieren jeglicher Art weitgehend fernzuhalten. Die wenigsten von ihnen greifen Menschen an; niemand weiß jedoch, wie die Tiere in Not oder in Panik reagieren.

Nicht zu vernachlässigen ist beim Campen/Zelten die Kostenfrage. Naturgemäß ist Backpacking deutlich preisgünstiger als ein Hostel- oder ein Hotelaufenthalt. Kostensparend wirkt sich aus, dass in vielen Fällen auf Campingplätzen und in Camping Parks die Kosten je Fahrzeug und nicht pro Person berechnet werden. Ein, zwei oder drei Camper zahlen ein und denselben Preis. Das Preisgefälle vom luxuriösen Caravan Park zur Designated Rest Area ist deutlich spürbar, was sich bei einer längeren Campingtour bemerkbar macht. Der „wirkliche“ Naturliebhaber muss hier in Australien ohnehin auf jeden Fall campen oder zelten; anderenfalls würde er gar nicht dorthin kommen können, wo die Plätze, Parks und Rest Areas geradezu idyllisch gelegen sind. Das richtige Outdoor-Feeling stellt sich spätestens beim nächtlichen Aufenthalt in der Natur ein; sei es im Vorzelt des Wohnmobils, oder im aufgeschlagenen Zeit am Ende eines anstrengenden Trekkingtages.


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