New South Wales



New South Wales ist das australische Bundesland mit den meisten Einwohnern, mehr als dreißig Prozent der Einwohner des Staates lebt dort. Die Hauptstadt des Bundeslandes und Wohnort der Hälfte seiner Bewohner ist Sydney. New South Wales umfasste ursprünglich auch die Gebiete der heutigen Bundesländer Tasmanien, Vicotria, South Australia und Queensland
sowie das Gebiet des heutigen Hauptstadt-Territoriums (ACT) und des zeitweise dem ACT zugeordnet gewesene Jervis Bay Territory. James Cook landete 1770 in New South Wales, die systematische europäische Besiedlung begann 1788 als Sträflingskolonie. Freie Siedler gelangten erstmals 1793 nach New South Wales. Mit den Aborigines bestanden ursprünglich freundliche Beziehungen, jedoch fanden sich unter ihnen viele Opfer, da sie keine Abwehrstoffe gegen die europäischen Krankheiten entwickelt hatten.

Wirtschaftlich wird New South Wales durch große Vorkommen an Bodenschätzen geprägt; das wichtigste Kohlenabbaugebiete liegen bei Newcastle und bei Wollongong, während der Goldabbau für das Umland von Orange prägend ist. Auf Grund der großen Menge an förderfähigen Bodenschätzen hat sich in New South Wales die meiste Industrie Australiens angesiedelt. Die Landwirtschaft wird sowohl durch die Zucht von Rindern und Schafen als auch durch den Anbau von Obst und Weizen bestimmt; im Hunter Valley wird zudem Wein angebaut. Die Finanzwirtschaft hat sich wie weitere Dienstleistungen überwiegend in Sydney angesiedelt. Im Großraum Sydney besteht ein dichtes Netz an Eisenbahn-Nahverkehrslinien, die bis Bombaderra in mehr als einhundert Kilometern Entfernung vom Stadtzentrum verkehren. Über ein regelmäßig von Zügen bedientes Regionalverkehrsnetz verfügen in Australien nur wenige Gebiete, die meisten Bahnverbindungen dienen ausschließlich dem Güterverkehr und wenigen touristisch genutzten Zügen.

Touristisch ist in New South Wales in erster Linie die Hauptstadt Sydney von Bedeutung, des Weiteren reisen Urlauber häufig in die Nationalparks sowie in die Australischen Alpen. Sydney bietet neben schönen Stränden zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Opernhaus, die Kathedrale und die Hafenbrücke. Nach dem Durchqueren des Royal Nationalparks erreichen Besucher der Stadt die kleine Gemeinde Stanwell Park, deren Strand besonders naturbelassen ist. Sydney verfügt auch über das größte Angebot an Museen in New South Wales; neben unterschiedlichen Kunstmuseen ist das Australian Museum bekannt, dessen wichtigste Ausstellung sich mit der Geschichte der Aborigines im heutigen Bundesstaat befasst. Des Weiteren dient eine ehemalige Sträflingskolonie als sozialgeschichtliches Museum sowie das National Maritime Museum der Information über die Tradition Australiens als Seefahrer-Nation. Das Sydney Jewish Museum thematisiert neben der Geschichte der jüdischen Einwanderer nach Australien die Shoah.

Hunter Valley in Australien
Weinanbau in Hunter Valley

In den Australischen Alpen liegen die einzigen Skigebiete Australiens, Teile des Gebirges sind ganzjährig durch Schnee bedeckt. In anderen Teilen der Gebirgslandschaft bietet sich während des Sommers ein Urlaub zum Bergwandern und Bergsteigen an. Die Snowy Mountains als Teil der Australischen Alpen befinden sich in New South Wales sowie im Nachbarbundesland Victoria und sind das Zentrum des australischen Skisports. Der wichtigste Wintersportort im Bundesland New South Wales ist Thredbo, wo sich der längste Skilift Australiens befindet.