Cairns und Regenwald



Cairns empfängt uns mit angenehm tropischen Temperaturen. Wir beschließen, die Tage auf einem Campingplatz etwas außerhalb zu verbringen und mieten eine Cabin. Der Swimmingpool wird gleich von den Kiddies in Beschlag genommen. In der großen Küche treffen wir am Abend auf Gito, der mit einem alten zum Camper umgestalteten Omnibus mit deutschen Touristen
30tägige Outback Touren unternimmt. Ein Skipper lädt uns auf einen Segeltörn zu den Whitsundays ein, einer Inselgruppe 70 km außerhalb des Riffs, aber da keiner von uns wirklich seetauglich ist, müssen wir leider verzichten.

Für einen Tag buche ich mir Rob mit seiner Harley und er "entführt" meine Tochter und mich mit der Beiwagenmaschine in den Regenwald. Wir halten an einem kleinen Café. Mit Kuchen und Cappucino wandern wir durch den Mangrovenwald bis an den Strand. Weit und breit keine Menschenseele, nur Wasser, Sand und Ameisen. Trotzdem fühle ich mich wie eine Figur aus einem Urlaubskatalog. Irgendwie scheint alles etwas unwirklich. Ich genieße die Stille und das Meer. Auf der Rückfahrt gerate ich mit dem Bein an den Auspuff der Harley und ziehe mir eine große Brandwunde zu.

Von Cairns aus fahren wir mit dem Auto nach Kuranda. Auf halber Strecke legen wir einen Stop ein, um die Wasserfälle des Baron River zu bestaunen. Denselben Gedanken haben ein paar Hundert Japaner, die an der Haltestelle der Kuranda Railway mit Kameras bewaffnet aus dem Zug springen. Ein lustiger Anblick, wie die Menge am Geländer steht und hundertfach die Wasserfälle fotografiert, die in der gerade herrschenden Trockenzeit außer einigen Rinnsalen gar kein Wasser führen. Der Markt von Kuranda hat sich viel von dem Flair des einstigen Hippiedorfes bewahrt. Es duftet nach Sandelholz und das Angebot der kleinen Galerien, Kunsthandwerkläden und Marktstände reicht von Aboriginal Art, Silberschmuck, handgefertigten Lederprodukten und allerlei Töpferwaren bis zu Obst und Gemüse. Vis à Vis im Noctarium beobachten wir nachtaktive Beuteltiere.

Regenwald
Regenwald

Keines der Länder, das wir bisher bereist haben, bietet eine so vielfältige Fauna und so viele Möglichkeiten diese hautnah zu erleben. Die behutsame Art der Ranger in den Wildlife Parks die uns doch sehr fremde Tierwelt nahezubringen, hat uns tief beeindruckt und macht Australien für einen Urlaub mit Kindern besonders attraktiv.. Mit ihrer Unterstützung dürfen wir, vor allem die Kiddies, die nicht ganz ungefährlichen Koala-Bären streicheln, aber auch Tiere wie die Drachenechse und eine Boa Constrictor aus nächster Nähe bewundern, einzigartige Erlebnisse, die wir für immer in unserer Erinnerung behalten werden.

Wir planen noch einen Aufenthalt im Regenwald und finden ein Backpackers am Cape Tribulation. Unsere Unterkunft besteht aus nicht mehr als einem großen Bett, einem Tisch und zwei Stühlen in einer einfachen Holzhütte. Bis zum Strand sind es nur 5 Minuten Fußmarsch durch den Mangrovenwald. Auf dem Gelände befindet sich das Haupthaus, in dem man zu fairen Preisen ein warmes Essen erhält. Gleichzeitig dient es als Treffpunkt der Globetrotter unterschiedlichster Nationen und man fühlt sich sehr schnell sehr wohl in der "easy-going" Atmosphäre. Die Strände, die sich kilometerlang bis weit in den Norden erstrecken, sind meist menschenleer und das, was man sich unter einem Traumstrand vorstellt, wären da nicht die "Salties" – Salzwasserkrokodile, die sich aus den Mangrovensümpfen bis ins Meer vorwagen. Zu bestimmten Zeiten im Jahr gesellen sich noch die "Marine Stingers" dazu, die Feuerquallen. Wir verzichten also auf den Badespaß im Meer und nützen stattdessen den Pool, der im Stil eines Naturbeckens angelegt ist, umrankt von tropischer Flora mit smaragdgrünem Wasser.

Wer früh aufsteht, kann mit der Kamera traumhafte Stimmungen einfangen, wenn die Sonne über dem Pazifik aufsteigt. Auch die mehrmals täglich fallenden Tropenschauer sind eine angenehme Erfrischung in der feuchtheißen Tropenluft. Die erste Nacht ist gewöhnungsbedürftig, denn der Wald "schläft nicht". Wir lauschen den fremdartigen Lauten bis das gleichmäßige Trommeln des Regens auf dem Dach unserer Hütte uns in den Schlaf sinken lässt.