Ins Outback und zurück



Von ein paar Jahren habe ich während einer Weltreise auch in Australien angehalten, um eine neuntägige Overland Tour durch das Outback zu machen. Meine Freundin und ich haben die Tour bei den „Groovy Grapes“ gebucht, was ich wirklich sehr empfehlen kann. Mit insgesamt vierzehn Leuten aus aller Welt haben wir uns über ein paar Umwege auf den Weg nach
Alice Springs gemacht, dass ist die Stadt in der geographischen Mitte von Australien. Auf unserem Weg nach Alice Springs haben wir zum Beispiel den merkwürdigen Katzenbaum gesehen und uns die Mondlandschaften in Coober Peedy angeschaut, wo die dort ansässigen Menschen ihre Wohnungen direkt in die Felsen geschlagen haben. Wenn also noch ein neuer Raum zum Beispiel für Nachwuchs benötigt wird, dann bohrt man ein neues Zimmer in den Felsen.

Da diese Tour uns an sehr entlegene Orte gebracht hat, konnten wir nicht immer in Hotels oder ähnlichen Unterkünften schlafen. Stattdessen haben wir unter freiem Himmel in „Swags“ geschlafen. Das ist eine dünne Matratze, die sich in einem wetterfesten Schlafsack befindet, in den man sich nachts komplett einwickelt. Da wir im August unterwegs waren, wurde es nachts sehr kalt, so dass wir oft noch ein oder zwei zusätzliche Schlafsäcke verwendet haben. Insgesamt hat es aber sehr viel Spaß gemacht, abends bei klarem Sternenhimmel am Lagerfeuer zu sitzen und Geschichten aus aller Welt zu hören. Außerdem hat das Feuer die Mücken von uns fern gehalten.

Eine gebuchte Tour hatte den Vorteil, dass wir uns um nicht viel kümmern mussten. Wir brauchten keine eigene Campingausrüstung und keinen Mietwagen. Außerdem mussten wir uns keine Gedanken über Verpflegung, Reiseroute und Unterkunft machen. Unser Tour Guide kannte sich sehr gut aus mit der Natur und hat uns viele interessante und kuriose Fakten erzählen können. Schon allein deswegen hat es sich sehr gelohnt, diese Tour zu buchen und nicht allein in einem Mietwagen zu machen. Er hat uns traditionelle Gerichte zubereitet und uns beigebracht, das klassische Instrument der australischen Urbevölkerung, der Aborigenes, zu spielen, was wirklich nicht so einfach war.

Die Verpflegung war einfach gehalten, hat ihren Zweck aber bestens erfüllt. Es gab überwiegend Müsli zum Frühstück und Sandwiches zum Mittagessen. Abends haben wir dann gegrillt oder eine warme Mahlzeit gekocht. Beim Abwaschen musste jeder Mal ran, aber auch das hat gut geklappt.

Die Fahrt durch das Outback war unglaublich spektakulär.
Outback - Zurueck
Ein Teil vom Outback
Man fährt wirklich tagelang, ohne einer einzigen Menschenseele zu begegnen. Dabei kann man stundenlang einfach nur aus dem Fenster starren und sich in seinen eigenen Gedanken verlieren. Wir haben auf dem Weg mehrere Buschfeuer gesehen und natürlich zahllose Kängurus, die über die Straße gehüpft sind.

Das absolute Highlight dieser Tour war natürlich „Uluru“ oder „Ayer’s Rock“, wie es von den englischsprachigen Australiern genannt wird. Uluru ist ein riesiger roter Felsen, der bei den Aborigenes mystische Bedeutung hat. Für jeden Australier ist es ein absolutes Muss, einmal im Leben diesen Felsen erklommen zu haben. Viele Ausländer verzichten jedoch darauf, um die religiösen Gefühle der Aborigenes nicht zu verletzen. Außerdem ist es ohnehin schöner, den Farbwechsel des Felsens beim Sonnenaufgang zu beobachten und im Anschluss einmal zu umwandern.

Direkt neben Uluru gibt es ein kleines kulturelles Informationszentrum, wo man viel über die Kultur der Aborigenes lernen kann. Dort haben wir zum Beispiel erfahren, dass es in der Sprache der Aborigenes kein Wort für „Danke“ gibt, da es in der Kultur ohnehin selbstverständlich ist, alles zu teilen.

Am Ende unseres Trips haben wir noch eine Nacht in Alice Springs verbracht, wo wir uns von der Gruppe verabschieden mussten. Danach sind wir mit dem Zug wieder nach Adelaide gefahren, wo unsere Rundreise dann leider schon beendet war. Für uns steht fest, dass der Trip unvergesslich war und nicht besser hätte sein können.

Katja