Melbourne abseits der Touristenpfade erleben



Melbourne gehört zu jenen Städten, die sich nicht in zwei, drei Tagen erkunden lassen: In der zweitgrößten Metropole Australiens leben immerhin weit über 4 Millionen Menschen, Tendenz steigend! Die Stadt ist vom Reißbrett geplant, mit wohlgeordneten Wohngebieten und großflächigen Parkanlagen – im Laufe der Jahrzehnte breitete sich hier eine enorme kulturelle Vielfalt aus.

Wer Melbourne wirklich hautnah erleben möchte, der durchstreift die Straßen am besten zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nur so erhalten alle fünf Sinne genügend Input, um daraus ein spannendes Gesamtbild zu basteln, das dem Original möglichst nahekommt. Dabei sollte der interessierte Besucher sich nicht scheuen, auch einmal einen tieferen Blick in abseitige Gässchen zu werfen, um den hoch aktiven Graffiti-Künstlern auf die Spur zu kommen. Melbournes Sprayer-Szene ist tatsächlich quicklebendig, in den kleinen Nebenstraßen verstecken sich häufig die schönsten Kunstwerke. Manch ein Sprüh-Künstler fertigt sein Werk im Takt fetter Ghettoblaster-Sounds an – also wunderbar klischeegerecht! Überhaupt findet sich Melbournes Herz eher in den Hinterhöfen und hinter unscheinbaren Kellereingängen. Viele aufstrebende junge Designer stellen ihre Produkte nicht in den großen Shopping-Malls aus, sondern in den verschwiegenen Laneways, zwischen farbenfroher Street Art und holprigem Kopfsteinpflaster. Auch schummrige, urgemütliche Bars lassen sich an solch versteckten Orten finden, ebenso wie einige skurrile kleine Lädchen. Um sich das lange Herumsuchen zu sparen, lohnt es sich, den einen oder anderen Einheimischen anzusprechen: Die meisten Australier lieben ihr Land und weisen ihren Gästen gern den Weg zu versteckten Highlights!

Melbourne in Victoria Australien
Melbourne die Hauptstadt Victorias




Eine richtig stilvolle Art, den Abend zu verbringen, bietet das Melbourner Crown Casino: Neben den Klassikern wie Roulette, Blackjack und den typischen Spielautomaten werden die Besucher auch ganz sicher über das Würfelspiel Craps stolpern, das in Deutschland nicht besonders weit verbreitet ist. Die Wurzeln dieses dynamischen Spiels jedoch, reichen bis in die Antike zurück! Noch heute gehört Craps zu den am weitesten verbreiteten Freizeitvergnügungen in den USA und vielen weiteren englischsprachigen Ländern. Das Casino bietet eine hervorragende Möglichkeit, den Würfelspaß einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, vielleicht sogar mit dem Hintergedanken, es in Form einer fesselnden Spielinspiration mit nach Hause zu nehmen. Ein spezieller Dresscode besteht in Australiens Casinos übrigens in der Regel nicht: Wer direkt vom Strand hier hereinmarschiert, womöglich in Badehosen und Shorts, wird mit großer Sicherheit einfach durchgewunken.

Manchmal benötigt auch der härteste Städtereisende etwas Abstand vom Trubel der City und sucht sich einen richtig schönen Park heraus, in dem er sich erholen kann. In und um Melbourne besteht in dieser Hinsicht mehr als genug Auswahl, doch auch hier gilt es, sich möglichst abseits der ausgetretenen Pfade zu halten. Dann nämlich besteht die größte Wahrscheinlichkeit, auf einige der sehenswerten Tierarten zu treffen, die sich in den Grünanlagen angesiedelt haben. Vielleicht läuft dem einen oder anderen Parkbummler ein Ringelbeutler über den Weg – oder er erblickt einen farbenprächtigen Regenbogenlori auf einem Ast direkt über seinem Kopf. In den Fitzroy Gardens befindet sich übrigens ein beliebter Treffpunkt dieser geflügelten Farbpaletten! Die wahre Wildnis wartet nur ein paar Kilometer außerhalb der Stadtgrenzen, dort tummeln sich Australiens bekannteste Ureinwohner: die Koalas und die Kängurus. Es lohnt sich, vorher genaue Erkundigungen einzuziehen, wo die Tiere am besten zu finden sind.

Känguru
Ein Känguruweibchen mit ihrem Jungen



Echte Naturliebhaber zieht es auch ins Yarra Valley, das zwar nicht direkt in Melbourne liegt, aber in weniger als einer Stunde Autofahrt erreichbar ist. Das grüne Tal mit seinen sanften Hügeln gehört zu den wichtigsten Weinregionen des Kontinents, etwa 70 Weingüter haben sich hier angesiedelt. Auf einer gemütlichen Rundfahrt bieten sich zahlreiche Möglichkeiten an, neue kulinarische Genüsse auszuprobieren. In den Dandenong Ranges, auch Corhanwarrabul genannt, wachsen gewaltige Eukalyptusbäume und urtümliche Farnwedel, umringt von Regenwald und steilen Felswänden. Die eher flache Bergkette befindet sich etwa 35 km östlich von Melbournes Stadtzentrum und ist vor allem im Frühjahr einen kleinen Abstecher wert, wenn die Freesien, Tulpen, Narzissen und Rhododendren ihre Pracht entfalten. Urlauber, die nicht so gut zu Fuß oder einfach nur ein bisschen bequem sind, setzen sich in einen der Eisenbahnwaggons, die von einer schnaufenden Dampflok durch die herrliche Natur gezogen werden.


Für den passenden Ausklang eines aufregenden Tages sorgt ein Besuch im Astor Theater, einem Art-Deco-Juwel aus dem Jahr 1936. Goldene Vorhänge rahmen die großformatige Leinwand, über die regelmäßig die schönsten Hollywoodklassiker im 35- oder 70-mm-Format flimmern: Melbourne verkörpert eben nicht nur die pulsierende Moderne und eine exotische Natur, sondern auch ganz viel romantische Nostalgie.