New South Wales und Queensland



Wie immer man es ausdrücken will: 24 lange Stunden, 24 Stunden Langeweile, irgendwie hält man es dann doch aus, den langen Flug nach "Down Under". Hat man erst einmal das südchinesische Meer erreicht, verfliegt auch das letzte bisschen Müdigkeit. Als unser Flieger die Timor See hinter sich lässt und die Küstenstreifen des Nordterritoriums vor uns
auftauchen, realisiere ich mit Herzklopfen, dass der Traum vom roten Kontinent endlich wahr wird. Wir haben das Glück, in den Tag hineinzufliegen. Die Route führt über Zentralaustralien und nach endlosen, unbesiedelten Gebieten nähern wir uns gegen Mittag dem Uluru, dem heiligen Berg der Aborigines. Lange vorher halte ich die Kamera "im Anschlag", um bei seinem Erreichen festzustellen, dass nach drei verknipsten Bildern, der Film voll ist. Die Magie des Monolithen scheint bis hier herauf zu wirken.

Ankunft in Sydney bei frühlingshaften Temperaturen von 16° Celsius, wir lassen uns von der Sonne wach kitzeln. Nur nicht hinlegen und den Tag verschlafen, das ist das Schlimmste, was man nach so einem Flug machen kann. Einen Tag haben wir sowieso schon verloren. Also bringen wir unser Gepäck ins Hotel und fahren gleich darauf mit der Monorail zum Darling Harbour. Im Sydney Aquarium schlendern wir durch die Tunnels und begeistern uns an der schillernden Unterwasserwelt - entspannter lässt sich der Aufenthalt kaum angehen. Die Aussichtsplattform des Sydney Towers bietet einen spektakulären Panoramablick aus einer Höhe von über 300 Metern und bei klarer Sicht bis zu einer Entfernung von 100 km. Während der abendlichen Rückfahrt übermannt uns im Bus dann doch noch die Müdigkeit und hätte uns der freundliche Busfahrer nicht geweckt, wären wir statt im Hotelbett wieder am Flughafen gelandet.

Die folgenden Tage stehen das National Maritime Museum und ein Bummel zum weltberühmten Opernhaus auf unserem Programm. Die Tage sind kurz um diese Jahreszeit und so beschließen wir unseren Aufenthalt mit einem Sundowner-Cruise auf dem Sydney Harbour Explorer. Im Hafen begegnet uns eine beeindruckende Nachbildung der legendären "Bounty". Drei Tage sind viel zu wenig, gerne wären wir länger geblieben, aber die Zeit besitzt einen anderen Wert in diesem Land und man muss wirklich aufpassen, nicht in diese touristische Eigenart zu verfallen, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit sehen zu wollen.

Blue - Mountain
Ausflug zum Blue Mountain

Doch jetzt zieht es uns in wärmere Gefilde – Goodbye Sydney – Goodday Gympie, eine alte Goldgräberstadt in Queensland, wo wir eine Freundin besuchen wollen. Der Ort gibt normalerweise nicht viel her, aber als wir ankommen, herrscht gerade "Ausnahmezustand", jedes Gebäude, das über eine Schlafgelegenheit verfügt, ist ausgebucht. An diesem Wochenende findet ein Country- and Western Festival statt, zu dem die Teilnehmer selbst aus den Vereinigten Staaten anreisen. Aber das Glück ist uns hold und wir ergattern sogar noch Tickets. Das Open-Air-Event beeindruckt mit Country- und Western Sound vom Feinsten, nur wenige Touristen haben sich hierher verirrt, dafür begegnet
Watsons - Bay
Watsons Bay
man vielen Einheimischen in kompletten Driza-Bone Outfits, selbst die Jüngsten tragen die landestypischen Wachsmäntel und Akubras - das australische Pendant zum Cowboyhut.

Ein heißer Tipp unserer Freundin führt uns am Folgetag nach Rainbow Beach, das ca. 1 Autostunde von Gympie entfernt, an der Küste liegt. Ausgerüstet mit kleinen Fläschchen brechen wir auf zum längsten aller Strandspaziergänge, denn hier schimmert der Sand in allerlei verschiedenen Farben und so wandern wir von einer Düne zur nächsten, um unsere Fläschchen in bunten Schichten zu füllen. Mit der Fähre übersetzen wir auf Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Sand, so weit das Auge reicht und im Inselinneren liegen, versteckt im Regenwald, zwei glasklare Seen mit schneeweißen Sandstränden - ein Badespaß ohnegleichen.

Zum Abschluss gönne ich mir einen Inselrundflug mit einer viersitzigen Sportmaschine. Glück gehabt, ich darf vorne neben dem Piloten sitzen. Allein der Start von der Sandpiste ist atemberaubend und einzigartig der Blick auf die Seen, die wie zwei Kristalle aus dem dunklen Grün des Regenwaldes schimmern.