Am Rande des Outbacks - Darwin und Umgebung



Ankunft Darwin bei über 30° Celsius, Tropen pur, also erst mal akklimatisieren und das machen wir, indem wir ein bisschen die Umgebung erkunden. Direkt gegenüber lockt ein Platz mit Essenständen. Im Schatten der Banyan Bäume fühlen wir uns gleich heimisch und fast wie im Biergarten. Unsere Jüngste entdeckt im Geäst über uns ein Possum – Opossum.
Dieses Exemplar eines nachtaktiven Beuteltieres ist offensichtlich ein Anhänger von Tortilla-Chips. Auf den Arm genommen werden will es aber nicht. Die Begeisterung meiner Tochter findet ihre Grenzen, als der kleine Nager ungehalten zuschnappt.

In Darwin kommen wir gut ohne Auto zurecht. Die schönen Strände liegen zwar außerhalb der Stadtgrenzen, sind aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Am Abend bummeln wir über den Mindil Beach Market. Bunte Gemstones funkeln im Licht der Lampions, die Steine gefallen mir so sehr, dass ich am liebsten gleich alle mitnehmen möchte. Viel passt nicht rein in meinen Rucksack, ein besonders schönes Exemplar versteinertes Holz wandert dann doch hinein. Hippiekleider, Silberschmuck, Töpferwaren, Driza-Bones – australische Wachsmäntel, Akubra-Hüte und von Aborigine-Hand wunderschön bemalte Didgeridoos – die Auswahl an Souvenirs ist groß.

Der Taxifahrer, der uns spät in der Nacht, zurück bringt, ist der erste waschechte Australier, mit dem wir uns unterhalten: "True blue, fair dinkum", - "echt wahr", lächelt er und gut aussehen tut er auch. Aber ein "Bushie" ist er nicht. Bushies sind die Männer aus dem Busch, die alle aussehen wie die Jungs von ZZ Top, nur so furchterregend mager, als ob es da draußen nichts zu essen gibt. Zu trinken gibt es jedenfalls immer, auch wenn nicht überall Alkohol ausgeschenkt werden darf. Wofür gibt es schließlich Kühltaschen. Man bringt sein Fosters halt selber mit, ein paar Sixpacks können gar nicht so schwer sein.

Australian - Outback
Am Rande des Outbacks

Weil von Darwin aus das Outback mehr oder weniger gleich um die Ecke liegt, erreicht auch uns der Ruf der Wildnis. Für drei Tage kehren wir der Hauptstadt des Northern Territory den Rücken. Per Bus, irgendwo 80 km südlich wird uns der Fahrer am Highway absetzen. Von dort aus führt eine Abzweigung quer durch Buschland zum Lake Bennett, Naturreservat mit Campingplatz. Den Pächter haben wir vorab über unsere Ankunftszeit informiert und er wird uns am Bus abholen. Bei unserer Ankunft findet sich vom Pächter natürlich weit und breit keine Spur. Außer dem Highway und einem Bushäuschen wieder nur Eukalyptusbäume. Und wir mittendrin – vier Frauen im Outback, die nicht gewusst haben, dass man es auf diesem Kontinent mit der Zeitangabe nicht so genau nimmt. Manchmal kommt der Bus zwei Stunden zu früh, manchmal eben zwei Stunden später. Jetzt wissen wir es und deshalb fahren wir nicht mehr mit dem Bus.

Auf dem Stuart Highway donnern schwere Roadtrains mit drei und mehr Hängern Richtung Süden nach Alice Springs. Die Sonne wird langsam unerträglich. Gott sei Dank haben wir noch unseren Proviant und vor allem Wasser. Sieben Kilometer wären es bis zum Campingplatz, zu Fuß über rote Erde, den Mund voll rotem Staub. Nein, uns ist nicht nach Bushwalking zumute. Lieber warten wir noch und wir haben Glück. Ein Auto biegt in unsere Richtung ab und der Fahrer nimmt uns mit. Die Tage verbringen wir mit Kanufahren, Baden und Bushwalking, die Nächte in unserem 4-Frau-Zelt auf hölzernen Pfeilern, ohne unser Moskitonetz und ausreichend Insektenschutz wären wir den fliegenden Plagegeistern hilflos ausgeliefert. Dann bringt uns der nette Pächter mit seinem 4-wheel-drive nach Darwin und wieder zurück in die Zivilisation. "Was sind schon 80 Kilometer" meint er lachend, "der nächste Pub hier liegt auch nicht viel näher".