Braunschlange



Australien ist Heimat der giftigsten Schlangen der Welt. In der Familie der Giftnattern kommt vor allem die Braunschlange in Australien vor. Insgesamt sind sieben Arten der Braunschlange bekannt: Dugite-Braunschlange, Gefleckte Braunschlange, Geringelte Braunschlange, Halbinsel-Braunschlange, Ingrams-Braunschlange, Westliche Braunschlange und
Gewöhnliche oder Östliche Braunschlange. Letztgenannte ist weltweit die zweitgiftigste Schlange, gleich nach dem ebenfalls in Australien vorkommenden Taipan.

Die Braunschlange ist in ganz Australien, bevorzugt in Queensland, Northern Territory, New South Wales, Victoria, South und Western Australia anzutreffen. Nachdem mehr als 70 % aller vorkommenden Schlangen im Land giftig sind, gilt es, sich bei der Begegnung mit einer Schlange grundsätzlich vorsichtig zu verhalten. Als Lebensraum bevorzugt die Braunschlange trockene Wälder, Savannen oder bewachsene Biotope. Unglücklicherweise gilt das Reptil als Kulturfolger, das dem Menschen in seinen Lebensraum folgt, weil es dort günstigere Bedingungen vorfindet. Auf der Suche nach Nahrung, wie Mäuse, Ratten, Eidechsen oder Vögel kommt es daher vor, dass die Schlange auch in Vororte größerer Städte eindringt. Grundsätzlich gilt aber, dass Braunschlangen Menschen ebenso meiden wie umgekehrt.

Mit durchschnittlich 150 Zentimeter Länge zählt die Braunschlange zu den großen Giftnattern. Exemplare, die eine Länge von 2,40 Metern erreichen sind eher die Ausnahme, kommen aber vor. Kennzeichnend für die Braunschlange sind der schlanke Körperbau sowie der kleine Kopf, der meist nicht breiter als der Hals ist. Die Färbung der Schlangen ist höchst unterschiedlich und reicht von einfarbigen hell- und dunkelbraunen Tönen bis hin zu mehr oder weniger stark gefleckter Haut.

Die tagaktive Braunschlange gilt als nervös und aggressiv. Bei einer möglichen Bedrohung richtet die Schlange den vorderen Körper auf, reißt das Maul auf und spreizt den Nacken. Wirkt dieses imposante Abwehrverhalten nicht, so beißt die Schlange blitzschnell zu. Die körperlichen Folgen eines Schlangenbisses sind vielfältig: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen oder Lähmung der Atmung sowie der gesamten Muskulatur. Bei Bissen von kleineren Braunschlangenarten ist die durchschnittliche Giftmenge relativ gering und bleibt daher meist ohne Folgen. Bisse der Gewöhnlichen Braunschlange oder der Westlichen Braunschlange führen jedoch meist innerhalb von einer Stunde zum Tod. Es gibt zwar ein Gegenserum, dies muss aber zeitnah verabreicht werden. Voraussetzung ist die Identifizierung der Schlange, was nur mit Resten des Giftes aus der Wunde möglich ist.