Dingo



Der Dingo ist der für Australien typische Wildhund, er stammt jedoch vermutlich von verwilderten Haushunden ab. Hinsichtlich der Einführung des Dingos nach Australien existieren unterschiedliche Theorien, deren überzeugendste von der Ansiedlung der Tiere durch asiatische Seefahrer ausgeht. Da Dingos auf Tasmanien nicht vorkommen und sich die Insel vor
zwölftausend Jahren von Australien abspaltete, sind sie vermutlich maximal seit dieser Zeit auf dem australischen Festland anzutreffen; es gibt aber auch Hinweise, dass Dingos erst vor viertausend Jahren eingewandert sind.

Dingos waren ursprünglich im gesamten Australien heimisch, heute werden sie durch den mehr als fünftausend Kilometer langen Dingozaun weitgehend aus dem Südosten des Landes herausgehalten. Allerdings stellt der Zaun nicht für alle Wildhunde eine wirksame Barriere dar. Der Zaun teilt unter anderem den Bundesstaat Queensland in einen Bereich, in welchem Dingos geschützt sind und einen Bereich, in welchem sie gejagt werden sollen, auf. Grundsätzlich geschützt sind Dingos naturgemäß innerhalb der australischen Nationalparks.

Dingos sind eigentlich dem Menschen gegenüber scheu, auch wenn sie in der Nähe von Siedlungen gehaltene Schafe und Ziegen reißen. Es kommt jedoch immer wieder zu Angriffen von Dingos auf Menschen, wobei die australischen Wildhunde kleine Kinder ernsthaft verletzen oder sogar töten können. Eine Ursache für den teilweisen Verlust der
Dingo Wildhund
Dingo
Scheu vor Menschen ist, dass Dingos teilweise gefüttert und auf diese Weise zutraulich gemacht werden. Eine zweite Ursache besteht in der zunehmenden Paarung zwischen Dingos und als Haustieren gehaltenen Hunden. Vermutlich sind für die meisten Angriff auf Menschen Mischlinge verantwortlich, bei denen sich die Kraft des Dingos mit der Haushunden anerzogenen Vorliebe zur menschlichen Nähe verbindet. Der Mensch hat lange Zeit Dingos gejagt, da sie aus Europa eingeführte Nutztiere als leicht zu schlagendes Nahrungsangebot annahmen. Allerdings hat gerade das reichhaltige Nahrungsangebot nach der europäischen Besiedlung Australiens in Verbindung mit einem ausreichenden Angebot an Wasser die explosionsartige Vermehrung der Dingos bewirkt; Wildtiere pflanzen sich nicht oder nur geringfügig fort, wenn das Nahrungsangebot knapp ist. Die Aborigines hatten den Dingo vor der Ankunft der Europäer teilweise gezähmt. Auch heute halten manche Australier Dingos oder Dingo-Mischlinge als Haushunde, was in einigen Bundesstaaten verboten oder genehmigungspflichtig ist. Auf Tasmanien ist die Einfuhr von Dingos weiterhin verboten.

Dingo
Dingos in Australien