Kurzschnabeligel



Mit dem ebenfalls in Australien heimischen Schnabeltier bilden die Ameisenigel die Gattung der Kloakentiere. Die Gemeinsamkeit der Tiere besteht in der Art der Fortpflanzung, denn die primitiven Säugetiere bringen keinen lebenden Nachwuchs zur Welt, sondern legen Eier. Zu diesen Ameisenigeln zählt der Australische Kurzschnabeligel, der über weite Teile
des Kontinents und den vorgelagerten Inseln verbreitet ist. In Bezug auf seinen Lebensraum ist das Tier nicht anspruchsvoll.

Wichtig ist, dass genügend Nahrung vorzufinden ist. So findet man den Australischen Kurzschnabeligel sowohl in der Wüste, in Waldgebieten als auch in den Bergen. Als Rückzugsort bevorzugt das Säugetier hohle Baumstämme, Felsspalten oder kleine Erdhöhlen.

Der Australische Kurzschnabeligel ähnelt dem Igel, mit dem er aber nicht näher verwandt ist. Sein Fell ist bräunlich oder schwarz, wobei die Haare meist so lang sind, dass die Stacheln darunter versteckt sind. Der verkümmerte Schwanz des Tieres ist an der Oberseite stachelig, an der Unterseite aber nackt. Wie beim Schnabeltier enden auch beim Australischen Kurzschnabeligel die Ausscheidungs- und Geschlechtsorgane in einer Öffnung, der Kloake. Auch ein Hornstachel wie beim Schnabeltier ist vorhanden, allerdings enthält dieser kein Gift.

Zu den Hauptnahrungsmitteln zählen Insekten, Ameisen und Termiten, die der Kurzschnabeligel mit seiner klebrigen Zunge, die er bis zu 18 Zentimeter herausstrecken kann, aufleckt. Bevorzugt geht der
Kurzschnabeligel in Australien
Der Kurzschnabeligel
australische Kurzschnabeligel in der Dämmerung auf die Jagd, denn extreme Hitze oder Kälte meidet er. Dies liegt an der schlechten Fähigkeit die Körpertemperatur, die ohnehin nur bei 31 bis 33 Grad liegt, zu regulieren. In der kalten Jahreszeit verfällt das Säugetier sogar für wenige Wochen in einen Art Winterschlaf. Das Tier erreicht ein Gewicht von etwa zwei bis sieben Kilogramm, wobei die männlichen Tiere üblicherweise größer und schwerer sind. Die Kopfrumpflänge misst zwischen 25 und 45 Zentimeter.

Nur während der Fortpflanzungszeit sucht der Kurzschnabeligel die Gesellschaft anderer Artgenossen, außerhalb dieser Periode ist er ein Einzelgänger. In der Paarungszeit, Juni bis September, entsteht am Bauch des Weibchens ein Brutbeutel, in dem ein Ei ausgebrütet wird. Nach einer sieben- bis zehntägigen Brutzeit schlüpft das Jungtier, verbleibt aber im Beutel. Weitere sechs bis neun Wochen später wird das Jungtier, das dann bereits erste Stacheln hat, an einer geschützten Stelle abgelegt, wo es noch einige Wochen von der Mutter gesäugt wird. Etwa ein Jahr nach der Geburt ist das Jungtier allein lebensfähig und darf sich auf eine Lebenserwartung von mehr als 16 Jahren freuen.