Schnabeltier



Das Schnabeltier ist Australiens einziges giftiges Säugetier. Der Gattung der Kloakentiere angehörend, unterscheidet sich das Tier stark von anderen Säugetieren, insbesondere deswegen, weil es Eier legt. Nur etwa 40 bis 60 Zentimeter wird das Schnabeltier, das in Queensland, New South Wales, Victoria sowie in Tasmanien lebt, groß. Als Lebensraum bevorzugt
das Tier, das auch die australische 20-Cent-Münze ziert, saubere Binnengewässer. Die Lebenserwartung in freier Wildbahn wird auf fünf bis acht Jahre geschätzt.

Zu sehen ist das Schnabeltier äußerst selten, denn das nachtaktive Tier beginnt erst am späten Abend mit der Jagd auf Insektenlarven, Schnecken, Würmer und Krebstiere. Um an die Nahrung zu gelangen, muss das Tier tief Luft holen und untertauchen. Das Schnabeltier fängt die im Wasser schwimmende oder unter Schlamm und Steinen versteckte Beute und lagert sie in seinen Backentaschen. Nach dem Auftauchen wird die Nahrung zerkleinert, und erst wenn das Tier satt ist, verkriecht es sich wieder in seiner kleinen Wohnhöhle, welche sich nahe an der Wasseroberfläche befindet. Obwohl das Schnabeltier unter Wasser sowohl Augen als auch Nasen und Ohren verschließt, findet es sich gut zurecht. Dafür sorgt der an eine Ente erinnernde Schnabel, der über einen außergewöhnlichen Tastsinn verfügt. Die Zehen des Schnabeltieres sind mit Schwimmhäuten versehen. Die Vorderfüße übernehmen beim Schwimmen das Rudern, während die Hinterbeine gemeinsam mit dem Schwanz steuern.

An den Fußgelenken des männlichen Schnabeltieres sitzt der Giftsporn. Das im Hinterleib produzierte Gift wird hauptsächlich während der Paarungszeit produziert, wo es meist beim Kampf um ein Weibchen eingesetzt wird. Bis zu ihrem ersten Lebensjahr besitzen übrigens auch Weibchen einen Sporn, den sie dann allerdings verlieren. Für Menschen ist das Gift zwar nicht tödlich, es verursacht aber großflächige Schwellungen, die äußerst schmerzhaft sind. Diese Schmerzen können monatelang anhalten, denn es gibt kein wirksames Gegengift und auch Schmerzmittel helfen kaum. Aufgrund der Nachtaktivität des Tieres und der fehlenden Angriffslust ist ein Stich für Urlauber allerdings eher unwahrscheinlich.

Das Schnabeltier ist ein Einzelgänger, der sich nur während der Paarungszeit von Juli bis Oktober Weibchen nähert und sich auch nicht an der Aufzucht des Nachwuchses beteiligt. Das Weibchen legt rund zwei Wochen nach der Begattung drei Eier, die an Reptilieneier erinnern. Nach etwa 10 Tagen kommen die 25 Millimeter großen Jungtiere nackt zur Welt. Ernährt werden sie von Muttermilch, welches sie in Ermangelung von Zitzen aus dem Fell schlecken.

Lake Mackay
Das giftige Schnabeltier bevorzugt saubere Binnengewässer