Giftschlangen in Australien



Der Küstentaipan



Wenn Australier den Begriff Taipan ohne Zusatz verwenden, meinen sie in der Regel den Küstentaipan. Dieser lebt in feuchten und küstennahen Gebieten in Australien und kommt auch in Papua-Neuguinea vor. Der Taipan ist eine Giftschlange, er zählt zur Familie der Giftnattern und wird oft als die gefährlichste Schlange Australiens beschrieben. Tatsächlich kommt es jedoch
nur selten zu Bissen
Taipan
Der Taipan - eine gefährliche Giftschlange
eines Taipans, da die Schlage dem Menschen üblicherweise ausweicht. Wenn ein Taipan sich jedoch durch einen Menschen bedroht fühlt, beißt er in den meisten Fällen glich mehrfach zu.

Der Taipan-Biss ist immer ein Giftbiss, im Gegensatz zu europäischen Giftschlangen können Taipane keine giftfreien Trockenbisse abgeben. Ein zusätzliches Risiko beim Biss eines Taipans besteht darin, dass dieser schmerzlos ist und von gebissenen Menschen möglicherweise nicht sofort bemerkt wird. Der Biss eines Taipans ist, sofern er nicht behandelt wird, tödlich. Als Symptome eines Taipan-Bisses treten Übelkeit mit Erbrechen sowie Muskellähmungen auf, je nach Alter und Statur des Opfers kommt es innerhalb eines Zeitraumes von einer Stunde bis sieben Stunden zum Atemstillstand. Es existiert ein wirksames Antiserum gegen das Gift des Taipans, behandelte Bissopfer werden vollständig und ohne Spätfolgen geheilt.

Beutetiere des Taipans sind Säugetiere bis zur Größe einer Ratte, je nach Nahrungsangebot frisst die Schlange überwiegend Nagetiere oder Beuteltiere. Der Taipan jagt seine Beute aktiv und lässt sie nach einem ersten Biss zunächst wieder los. Anschließend wartet er, bis diese tot oder zumindest bewegungsunfähig ist und verschlingt sie dann. Dieses Jagdverhalten beruht darauf, dass ein Teil der Jagdopfer des Taipans sehr wehrhaft ist und die Schlange verletzten kann. Die Fortpflanzung des Taipans erfolgt ovipar, das Weibchen legt zwischen sieben und siebzehn Eier. Die jungen Taipane schlüpfen nach neun bis zehn Wochen.

Der Inlandtaipan



Der Inlandtaipan lebt in wenigen menschenleeren Gebieten der australischen Bundesstaaten West Queensland und New Souht Wales. Bei ihm handelt es sich um die giftigste Schlange der Welt. Bei der Begegnung mit Menschen versucht er zu fliehen; wenn er jedoch keine sichere Fluchtchance sieht, beißt er zu. Im Gegensatz zum Küstentaipan beißt er zumeist nur einmal, dieser Biss führt jedoch unbehandelt mit denselben Symptomen wie bei einem Küstentaipan-Biss zum Tod. Ebenso wie der Küstentaipan ist auch der Inlandtaipan nicht zu Trockenbissen in der Lage. Eine Behandlung mit dem bekannten Serum führt nach einem Biss durch den Inlandtaipan zur vollständigen Heilung. Der Inlandtaipan ernährt sich von kleineren Säugetieren wie Springmäusen, Mäusen und Ratten. Eine Besonderheit des Inlandtaipans besteht darin, dass er seine Farbe verändern kann.

Der beste Schutz vor Bissen des Küstentaipans und des Inlandtaipans besteht darin, der Schlange nicht das Gefühl zu geben, dass der Mensch eine Bedrohung für sie sei. Taipane erkennen sich nähernde Menschen überwiegend nicht an der Bodenerschütterung, sondern verfügen über einen guten Sehsinn.