Termiten



Der Termitenhügel
Termitenhügel - Magnetic Mounds
Termiten werden oftmals mit Ameisen verwechselt, gehören aber eigentlich zur Familie der Schaben. Die Insekten sind in ganz Australien vorzufinden, besonders in den trockenen Gebieten. Von den weltweit vorkommenden 2.000 Termitenarten sind in Australien nur etwa 250 vertreten.

Der Litchfield National Park im tropischen Norden des Landes ist bekannt für seine zahlreichen Termitenarten und den daraus resultierenden vielfältigen Bauweisen. Hohe Türme, schlossähnliche Gebilde oder flache Fladen sind zu sehen. Die Hügel sind zwischen wenigen Zentimetern und mehreren Metern hoch. Auch die Farbe der Behausungen ist je nach Boden unterschiedlich und bewegt sich zwischen Gelblich-weiß, Rot und Grau. Besonders bemerkenswert sind die „Magnetic Mounds“ der Kompasstermiten. Die flach wie Grabsteine gebauten Hügel weisen allesamt eine Nord-Süd-Ausrichtung auf, die für die perfekte Klimatisierung des Baus sorgt. Während die breiten Seiten morgens und abends von der Sonne gewärmt werden, trifft die heiße Mittagssonne nur den schmalen Grat und so wird der Hügel vor Überhitzung geschützt.

In einem Termitenhügel, der stets perfekt durchorganisiert ist, können mehrere Millionen Tiere leben. Im Zentrum des Hügels lebt die Königin, die für den Nachwuchs zuständig ist. Rund um diese Kammer befinden sich die Brutkammern, wo die Jungen von den Arbeiterinnen aufgezogen werden. Im äußeren Bereich befinden sich die Vorratskammern, in der trockene Gräser gelagert und Pilze gezüchtet werden.
Termiten
Vielfältige Bauarten der Termitenhügel
Diese pflanzlichen Produkte zählen neben Holz zur Hauptnahrung der Termiten. Der aus Gras, Holz, Erde und Speichelsekret gebaute Hügel verfügt außerdem über Abfall- und sogar Totenkammern. Die Pilze und der Stoffwechsel der Insekten sorgen im Nest für ein behagliches Klima mit 96 bis 99 % Luftfeuchtigkeit. Sollte die eigene Feuchtigkeit nicht ausreichen, holen sich die Termiten Wasser aus bis zu 40 Meter Tiefe. In Schächten wird das Wasser tropfenweise nach oben transportiert. Für die Belüftung sind meist vertikal verlaufende Kanäle unter der lehmartigen Außenwand zuständig.

Selten wohnen nur Termiten in den Hügeln – Zuckerameisen, Frösche, Warane oder Eisvögel machen sich den Hügel ebenfalls zunutze. Der im Nordosten Australiens beheimatete Goldschultersittich brütet sogar seinen Nachwuchs in Termitenhügeln aus.

Nur wenige Termiten aber bauen diese auffälligen Hügel, sondern leben in unterirdischen Staaten, in Holz oder in Nestern an Felswänden oder Baumstämmen. In Holz lebende Termiten höhlen die Balken von innen völlig aus und können im schlimmsten Fall sogar zum Einsturz eines Gebäudes führen.